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Zweite Polnische Republik eines Völkerbundes von abhängigen Staaten

entnommen aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Polnische_Republik

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Zweite Polnische Republik

Rzeczpospolita Polska
Republik Polen
1918–1939/1944
Flagge Polens
Wappen Polens
Flagge Wappen
Amtssprache Polnisch
Hauptstadt Warschau
Staatsform parlamentarische Republik
(1921–1926)
semipräsidiale Republik
(1926–1935)
Präsidialrepublik / Diktatur
(1935–1939/1990)
Exilregierung in Angers, danach London
(1939–1945)
Regierungssystem parlamentarisch (1921–1926)
autoritär (1926–1945)
Staatsoberhaupt Präsident
Regierungschef Ministerpräsident
Fläche 388.634 (1938) km²
Einwohnerzahl 27.177.000 (1921)
32.107.000 (1931)
34.849.000 (1938)
Bevölkerungsdichte 70/km² (1921)
83/km² (1931)
89/km² (1938) Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung 8,5 % (zwischen 1931 und 1938) pro Jahr
Währung 1918 bis 1924: Polnische Mark
1924 bis 1939: Złoty
Gründung 20. Februar 1919
(Ernennung Pilsudskis zum Staatsoberhaupt)
17. März 1921
(Annahme der „Märzverfassung“ durch den Sejm)
Auflösung 1945 (bzw. 1990)
Nationalhymne Mazurek Dąbrowskiego
Zeitzone bis 1922 keine einheitliche Zeitzone
ab 1922: UTC+1 MEZ
Kfz-Kennzeichen 1918 bis 1921: kein einheitliches
ab 1921: PL
Poland 1930.svg

Als Zweite Polnische Republik (polnisch II. Rzeczpospolita) wird die Wiedergründung und die Geschichte Polens in der Zwischenkriegszeit und während des Zweiten Weltkriegs bezeichnet. Formell begann die Zeit der Zweiten Polnischen Republik am 11. November 1918 auf dem Gebiet Kongresspolens beziehungsweise des Königreichs Polen.

Geschichte

Unabhängigkeit und Konsolidierung des Staates


Marschall Józef Piłsudski, der Marschall der Zweiten Polnischen Republik in der Zwischenkriegszeit

 

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges fasste der deutsche Kaiser Wilhelm II. den Entschluss, auf dem eventuell zu erobernden Gebiet Kongresspolens (seinerzeit zum russischen Weichselgouvernement degradiert) einen polnischen Staat zu gründen.

Nach militärischem Raumgewinn im Osten proklamierten die Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn im November 1916 die Gründung eines selbstständigen Königreiches Polen (Zweikaisermanifest) aus zuvor russischen Gebieten, das sogenannte Regentschaftskönigreich Polen. Durch die Kriegsereignisse bedingt, hatte der Beschluss keinen längerfristigen Bestand.

Im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs verlangten die Mittelmächte Anfang 1918 in Brest-Litowsk von Sowjetrussland eine Art von staatlicher Unabhängigkeit für Polen. Dabei zog man die Grenzen Polens zu Deutschland und Österreich-Ungarn noch enger als 1772 bei der ersten Teilung Polens – die des Territoriums von Polen-Litauen. Das 14-Punkte-Programm des US-amerikanischen Präsidenten Wilson sah ebenfalls einen unabhängigen polnischen Staat vor, „der die von zweifellos polnischer Bevölkerung bewohnten Gebiete einschließen müsste“ und „freien Zugang zum Meer“ haben sollte.

Im Brotfrieden zwischen dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn sowie der Ukrainischen Volksrepublik war den Verfechtern einer ukrainischen Unabhängigkeit das Gouvernement Cholm zugesichert worden, welches auch Polen beanspruchten. Daraufhin kam es zu Protesten und Streiks, am 18. Februar etwa ein landesweiter Streik in Galizien und eine Brigade der österreichisch-ungarischen Armee wechselte zum Gegner über. Daraufhin erklärte das Außenministerium in Wien, dass Bestimmungen des Brotfriedens nicht sofort in Kraft treten und von einer Kommission geprüft würden.[4] Doch erst als sich an der Westfront die militärische Niederlage der Mittelmächte im Herbst 1918 deutlich abzuzeichnen begann und Russland schon seit einem Jahr im Chaos des Bürgerkriegs versunken war, erlangten ethnische Polen – auch durch die politische Unterstützung der Westmächte – volle Souveränität in einem eigenen Staat zurück.

Am 7. Oktober 1918 proklamierte der Regentschaftsrat in Warschau einen unabhängigen polnischen Staat und übernahm fünf Tage später die Befehlsgewalt über die Armee. Bereits im November 1918 hatte der aus der Magdeburger Haft entlassene Józef Piłsudski in Warschau als „vorläufiges Staatsoberhaupt“ die Macht übernommen. Seine Entlassung war auf Bitten polnischer Unabhängigkeitsverfechter geschehen, die andernfalls auf Grund der schlechten Lebensbedingungen einen Aufstand in Polen befürchteten. Ein solcher hätte die deutschen Truppen im Osten abgetrennt, so dass die Verhinderung des Aufstands ebenso im Interesse Deutschlands war.[5] Piłsudski ließ am 26. Januar 1919 den Verfassunggebenden Sejm wählen, der eine demokratische Verfassung ausarbeiten und verabschieden sollte.

Nach den Bestimmungen des Versailler Vertrags wurde Polen 1919 eine international anerkannte und unabhängige Republik. Nachdem es in mehreren Städten zu teilweise pogromähnlichen antisemitischen Ausschreitungen gekommen war, musste Polen auf Druck amerikanisch-jüdischer Vertreter am 28. Juni 1919 einen Minderheitenschutzvertrag unterzeichnen. Dies führte auf polnischer Seite zu Protesten, da weder die Triple Entente noch Deutschland (mit Ausnahme jedoch für Oberschlesien in Form des deutsch-polnischen Genfer Abkommens von 1922) eine solche Vereinbarung unterzeichnen mussten. Im Sejm stimmten aber 286 zu 41 Abgeordnete für den Vertrag.

Die Grenze im Westen war durch den Vertrag von Versailles bestimmt, in dem die beiden westlichen Mächte der Teilungen Polens, Österreich und Preußens Nachfolger Deutschland, als unterlegene Kriegsparteien territoriale Zugeständnisse machen mussten. Im Osten war Polens Grenze jedoch ungeklärt und umstritten. Russland, das ja zu den siegreichen Alliierten zählte, war nicht genötigt, völkerrechtliche Zugeständnisse zu machen. Einige Verfechter eines Wiedererstehens Polens ergriffen die militärische Initiative und griffen so unter Führung Marschall Józef Piłsudskis Sowjetrussland an. Im Polnisch-Ukrainischen Krieg (1918–1919) konnte Polen Gebietsgewinne verzeichnen. 1919 begann der Polnisch-Sowjetische Krieg mit Kämpfen um die Stadt Wilna (heute litauisch Vilnius).

Am 21. April 1920 erkannte Polen die Ukrainische Volksrepublik unter Symon Petljura an. Damit verbunden war die Idee, einen Verbündeten und Pufferstaat gegen Russland zu haben. In einem Zusatzabkommen verzichtete die Ukraine zugunsten Polens auf Ostgalizien und Wolhynien, die beide eine überwiegend ukrainische Bevölkerung hatten, um im Gegenzug Unterstützung für den Kampf gegen die Rote Armee zu erhalten, welche die Ukraine besetzt hatte. Polen marschierte daraufhin in den ukrainischen Gebieten ein und besetzte Kiew. Die sich anschließende Gegenoffensive der Roten Armee führte diese bis kurz vor Warschau. Die Rote Armee erhielt, wie zuvor die polnische in der Ukraine, entgegen ihrer Erwartung keine Unterstützung durch die Bevölkerung.

Durch die stark ausgedehnte Front war sie geschwächt und wurde bei einem Gegenangriff neu formierter Truppen unter Piłsudski entscheidend militärisch besiegt und bis zu einer Linie, die etwa der deutsch-russischen Front von 1916 entsprach, zurückgedrängt. Der polnische Gegenangriff und Sieg bei Warschau wurde als „Wunder an der Weichsel“ zum Gründungsmythos der polnischen Republik. 1921 endete der Krieg mit dem Frieden von Riga.

Polen hatte sein Hauptziel, einstmals zu Polen-Litauen gehörendes, allerdings überwiegend ukrainisch besiedeltes, russisches Teilungsgebiet wiederzuerlangen, bzw. die Gründung einer ukrainischen Republik als Pufferstaat, nicht erreicht. Wilna, die historische Hauptstadt Litauens, allerdings mit mehrheitlich polnischer und jüdischer Bevölkerung, kam zusammen mit der kurzlebigen Republik Mittellitauen zu Polen. Dies führte zu einer dauerhaften Belastung der Beziehungen zu Litauen und zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen seitens Litauens. Die östlichen Gebiete Polens waren ethnisch heterogen, was in Zukunft einen Ausgleich der Interessen der verschiedenen Nationalitäten erfordern, oder neue Konflikte bereiten würde.

Ab 1921 entwickelten sich gute Beziehungen zu Großbritannien und Frankreich, die an Polen vor allem als Gegengewicht zum bolschewistischen Russland interessiert waren. Insbesondere mit Frankreich entwickelten sich intensive Beziehungen (Kleine Entente). Im Polnisch-Sowjetischen Krieg unterstützten Britannien und Frankreich Polen mit Waffenlieferungen, um mit der Sowjetunion den Bolschewismus zu schlagen. Die Schauerleute in Danzig hatten aber teilweise das Löschen westlicher Rüstungslieferungen bestreikt, um dem jungen Sowjetrussland, dem vermeintlichen Arbeiterstaat, die Front von immer neuen gegen es gerichteten Waffen freizuhalten.

Nachdem sich die Hoffnungen Polens, die Hafenstadt Danzig ganz unter Kontrolle zu bringen, nicht erfüllten und diese zur Freien Stadt Danzig mit ganz überwiegend deutscher Bevölkerung, die dem polnischen Staat ablehnend gegenüberstand, erklärt worden war, begann der polnische Staat mit dem Bau eines neuen Hafens im benachbarten Gdingen.

Aus dem Fischerdorf mit 1.000 Einwohnern wurde in wenigen Jahren ein Handels- und Militärhafen mit über 100.000 Einwohnern, über den vor allem der Export polnischer Landwirtschaftsprodukte und von Kohle aus Oberschlesien erfolgte. Die Konkurrenz zum Danziger Hafen und die Errichtung eines polnischen Munitionslagers auf der Westerplatte gegen den Willen des Danziger Senats führte zu Spannungen.

Am 17. März 1921 nahm der Sejm die neue Verfassung Polens an. Diese sah zwei parlamentarische Kammern vor, dabei sollte der Sejm mit 444 Abgeordneten die eigentliche Macht ausüben, der Senat als Kontrollinstanz mit Einspruchsrecht fungieren. Der katholischen Kirche war zwar eine Vorrangstellung eingeräumt worden, sie war aber keine Staatsreligion. Mitte 1923 wollte der Sejm die Macht des Engen Kriegsrates (Ścisła Rada Wojenna), und damit Piłsudskis, beschneiden, woraufhin Piłsudski verärgert seine militärischen Ämter niederlegte. Er war aber weiterhin in engem Kontakt mit Militär und Politik.

Die ersten Jahre der Unabhängigkeit vergingen mit dem inneren Aufbau des Staates. Die bestehenden staatlichen Strukturen, welche die drei verschiedenen Teilungsmächte hinterlassen hatten, mussten vereinheitlicht, teilweise aber auch völlig neu geschaffen werden. Innenpolitisch waren die Jahre bis 1926 daher durch die Abfolge mehrerer parlamentarischer Regierungen dominiert; 1925 gab es 92 registrierte Parteien, wovon 32 im Parlament saßen. Zum ersten offiziellen Präsidenten Polens wurde 1922 Gabriel Narutowicz, ein Vertreter der gemäßigten Linken, gewählt. Narutowicz wurde jedoch wenige Tage nach seiner Amtseinführung von einem nationalistischen Fanatiker ermordet.

Zu seinem Nachfolger wählte die Nationalversammlung den gemäßigten Sozialisten Stanisław Wojciechowski. Da die Mehrheitsverhältnisse im polnischen Parlament (Sejm) sehr instabil waren, wechselten sich die Regierungen häufig ab und waren teilweise sehr schwach.

Auch 1925 war der Staat durch die vorgehende Teilung noch sehr heterogen. Zwar waren bspw. mit der Verabschiedung der Sozialgesetzgebung einschneidende Änderungen vollzogen worden, aber weiterhin existierten vier verschiedene Zivil- und Strafrechtssysteme nebeneinander. Das Bahnnetz in Breitspur, wie es teilweise im ehemaligen Kongresspolen bestand und durchgehend im östlich davon gelegenen ehemals russischen Teilungsgebiet ausgeführt war, wurde bis 1929 einheitlich auf Normalspur umgestellt, wie es im ehemals preußischen und ehemals österreichischen Teilungsgebiet durchgehend der Fall war.

Der Zugang vom übrigen Deutschen Reich zum seit 1919 geografisch getrennten Ostpreußen war ohne Eintritt ins vereinte polnische und Freistadt-Danziger Zollgebiet nur mit verplombtem Korridorzug von Konitz bis Dirschau durch die polnische Woiwodschaft Pommerellen auf der Ostbahn, per Schiff über die Ostsee durch den Seedienst Ostpreußen oder per Flugverbindung zum 1921 neu eröffneten Königsberger Flughafen Devau möglich. Im Juni 1925 begann zwischen Polen und Deutschland ein Handelskrieg.

Mai-Umsturz und Sanacja-Regime

Präsident Ignacy Mościcki bei der Verleihung der Marschallwürde an General Edward Rydz-Śmigły

Wappen Polens 1927 bis 1939

Józef Piłsudski war nach einigen Jahren unzufrieden mit der instabilen innenpolitischen Situation. Obwohl er in Armee und Staat keine offizielle Position bekleidete, führte er im Mai 1926, gestützt auf seine große Autorität bei der Bevölkerung und auf die Loyalität der Streitkräfte, einen Staatsstreich durch und blieb bis zu seinem Tod im Mai 1935 an der Macht.

Allerdings bekleidete Piłsudski hierbei nur selten und nur für kurze Zeit offiziell bedeutende Ämter. Er war z. B. nie Staatspräsident, sondern überließ dieses Amt seinem loyalen Gefolgsmann Ignacy Mościcki. Piłsudski war meist nur Verteidigungsminister. Allerdings war er die allgemein anerkannte oberste Autorität im Staat. Auch gab es zumindest bis zum Ende der 1920er Jahre eine mehr oder weniger funktionierende, sogar im Parlament vertretene Opposition, die allerdings konsequent an der Übernahme der Macht gehindert wurde.

Mit Beginn des Regimes begannen Repressionen gegen die Kritiker. Kritische Presseberichte wurden konfisziert und entsprechende Redakteure zu mehrwöchigen Haftstrafen verurteilt. Auch Entlassung von Beamten, Verbot von Versammlungen, Auflösung oppositioneller Organisationen und Ähnlichem. 1928 wurde, für die anstehenden Sejmwahl, der Bezpartyjny Blok Współpracy z Rządem (Parteilose Block der Regierungsunterstützer), gegründet. Mit Unterstützung der Verwaltung erreichte sie bei den Wahlen ein Viertel der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 78 %. Der relative Wahlsieg bedeutet aber zugleich keine ausreichende parlamentarische Macht für die Anhänger Piłsudskis.

Als 1929 der Sejm Anklage gegen den Finanzminister wegen der Finanzierung der Wahlwerbung der Piłsudski-Partei aus Staatsgeldern erhob, kam es zu Drohungen der Regierung gegen das Parlament, die am 31. Oktober 1929 im Aufmarsch Bewaffneter im Foyer des Sejms gipfelte. Der Sejmmarschall Ignacy Daszyński verweigerte daraufhin die Eröffnung des Sejm.[17] Ende August 1930 wurde das Parlament aufgelöst und kurz darauf 18 Abgeordnete, bis zu den Wahlen im November insgesamt 84 ehemalige Abgeordnete verhaftet. Von nun an wurde Polen diktatorisch regiert.

Nach der Ermordung von Innenminister Bronisław Pieracki durch einen ukrainischen Nationalisten im Jahr 1934 ließ die Regierung in der Kleinstadt Bereza Kartuska im heutigen Weißrussland ein Internierungslager für ukrainische Nationalisten, Kommunisten und andere prominente Regimegegner anlegen.

Die unter formaler Beibehaltung der Verfassung eingeführte „moralische Diktatur“ nannte sich selbst Sanacja („Sanierung“ oder „Gesundung“) und sollte zu einer Gesundung nach dem vermeintlichen Versagen des bisherigen politischen Systems führen. Eine auf die Person Piłsudski zugeschnittene neue Verfassung trat im April 1935 in Kraft („Aprilverfassung“). Der Marschall verstarb jedoch einige Wochen später. Die Wahlen zum Sejm vom 8. September 1935 wurden von der gesamten Opposition boykottiert, die Wahlbeteiligung betrug nur 43 %.

Nach Piłsudskis Tod verfiel das bisher von seinem persönlichen Prestige geprägte System, da die Aspiranten auf seine Nachfolge nicht über das Charisma und die Popularität des Nationalhelden Piłsudski verfügten. Es entstanden zwei Machtzentren – die Gruppe „Schloss“ um Mościcki, benannt nach der Residenz des Präsidenten, dem Warschauer Königsschloss, und die Gruppe der „Obristen“ um den neuen Marschall Edward Rydz-Śmigły. Der Trend hin zu einem autoritären nationalistischem Staat verstärkte sich nun weiter. Rydz-Śmigły verstärkte faschistische Tendenzen innerhalb der Sanacja, um ein Bündnis mit anderen faschistischen oder faschistoiden Gruppen gegen seine innerparteilichen Gegner vom „Schloss“ zustande zu bringen. Im Herbst 1937 liebäugelte er gar mit einem Putsch, um ein Einparteiensystem zu errichten, scheiterte aber an Präsident Mościcki und seinen Unterstützern.

Laut dem deutschen Historiker Wolfgang Benz sind in dieser Zeit „faschistischen Elemente der polnischen Diktatur […] unverkennbar“. Der britische Historiker Norman Davies dagegen bestreitet, dass das Regime faschistisch genannt werden kann, da die polnischen Sympathisanten des Faschismus, die es etwa innerhalb der Narodowa Demokracja gab, in Opposition zum Regime standen und es formal keine Diktatur darstellte. Der polnische Historiker Jerzy Holzer sieht zwar Tendenzen zur Errichtung eines faschistischen Regimes in Polen Ende der 1930er Jahre, die durch den deutschen Überfall abgebrochen wurden. Sie seien aber keineswegs unumkehrbar gewesen, da es von kommunistischer, sozialistischer und demokratischer Seite sowie aus der Sanacja-Bewegung selbst stets starken Widerstand dagegen gegeben habe. Der britische Soziologe Michael Mann rechnet Polen unter dem Sanacja-Regime wie auch Spanien, Portugal oder Jugoslawien zu den Staaten, in denen das alte Regime stark genug war, der Herausforderung durch die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre standzuhalten und die nicht faschistisch, sondern korpratistisch-autoritär regiert wurden.

Die außenpolitischen Bemühungen Polens, die vor allem mit der Person von Außenminister Józef Beck verbunden sind, waren im Einklang mit der französischen Politik darauf ausgerichtet, einen Block kleiner und mittlerer Staaten zur Eindämmung sowohl Deutschlands als auch der Sowjetunion zu schaffen. Dem standen jedoch vor allem die durch die Grenzziehung nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen gegenseitigen Gebietsansprüche im Wege. So beteiligte sich Polen, kurz bevor es selbst von Deutschland und der Sowjetunion besetzt wurde, aktiv an der Zerschlagung der Tschechoslowakei und annektierte nach dem Münchner Abkommen Ende Oktober 1938 die mehrheitlich von Polen besiedelten Industriegebiete um die Stadt Teschen (Těšín), das so genannte Olsagebiet, und kleinere Gebiete im Grenzgebiet zur Slowakei.

Bevölkerung

Zahlen

Polen, Sprachenkarte 1937 in einer polnischen Darstellung von 1928

Verbreitung der Jiddischen und Hebräischen Sprache in Polen 1931. Auffällig ist, dass Juden im Posenschen und in Ostoberschlesien sprachlich assimiliert waren.

Polen zählte Anfang der 1920er Jahre 27 Millionen Staatsbürger (Anfang der 1930er Jahre waren es bereits 32 Millionen). Ein Drittel der Staatsangehörigen gehörte nationalen Minderheiten an. Die Volkszählung von 1921 ergab folgende ethnische Gruppen in Polen:

  • 18 Millionen Polen(69,2 %)
  • 3,7 Millionen Ukrainer (14,3 %)
  • 1,06 Millionen Weißrussen (3,9 %) in Nordostpolen
  • 1,06 Millionen Deutsche (3,9 %) in ganz Polen beheimatet
  • 2,7 Millionen Juden (7,8 %) vor allem in Ostpolen

1919 befanden sich etwa zwei Millionen Deutsche auf dem Gebiet der polnischen Republik. Etwa die Hälfte wanderten in den ersten Jahren nach Kriegsende aus.

Minderheitenpolitik

Durch den Minderheitenvertrag von Versailles, die Verfassung, den Frieden von Riga, sowie die Genfer Konvention waren die Minderheiten theoretisch geschützt. Vor allem die deutsche Minderheit nutzte die Möglichkeiten, internationale Schiedsorgane anzurufen. Zwischen 1920 und 1930 gab es über 1.200 Petitionen an den Völkerbund, 300 davon kamen aus Polen und davon wiederum fast die Hälfte aus den Jahren 1931/32, als Polen und die Weimarer Republik den Höhepunkt ihrer Auseinandersetzung hatten. Somit war Polen de facto ein multinationaler Staat.

Im offiziellen Sprachgebrauch wurde jedoch der polnische Charakter der Republik betont. Dies führte zu erheblichen Konflikten mit den nationalen Minderheiten. So verfügten die Ukrainer und die Weißrussen über keine Anstalten der höheren Bildung. Auch den Oberschlesiern sprachen staatliche Stellen ihr regionales Sonderbewusstsein ab. Polen war der Staat mit der größten jüdischen Bevölkerungsgruppe in Europa.

1926 wurde Michał Grażyński zum Woiwoden Schlesiens. Er ging gegen das deutsche Schulwesen, deutsche Großgrundbesitzer und Großindustrielle vor. Zwischen 1926 und 1929 kam es zu fast 100 Beschwerden wegen Verstößen gegen das Deutsch-Polnische Genfer Abkommen über Oberschlesien. Die deutschen Parteien bauten bei Wahlen ihren Stimmenanteil von 26 % (1922) auf 34 % (1930) aus. Der Stimmenanteil deutscher Parteien in Oberschlesien lag deutlich über dem in der amtlichen Statistik ausgewiesenen Prozentzahl an Deutschsprachigen, der nach dem Zensus von 1931 bei 6,0 % lag (im Jahr 1921 noch bei 44,2 %). Dies ließ nur den Schluss zu, dass auch viele polnischsprachige Oberschlesier für deutsche Parteien gestimmt hatten, worüber sich polnische Nationalisten besonders erbost zeigten. Erst 1930 sank der Anteil, nachdem die Opposition, nicht nur die deutsche, durch Polizei und Behörden massiv behindert wurden. Dafür wurde Polen im Januar 1931 vom Völkerbundsrat verurteilt. Durch die Verkleinerung des Sejm von 444 auf 408 Sitze verringerten sich die Chancen der Minderheiten, Abgeordnete ins Parlament zu entsenden, 1935 erneut.

Die Ukrainer bekämpften im Sejm, erfolglos, die Schulreform von 1925, bei welcher die Zahl der ukrainischsprachigen Grundschulen von 2450 während der Habsburger Zeit auf 500 im Jahr 1937 schrumpfte. Allerdings stieg zugleich die Zahl der zweisprachigen Schulen von 1426 auf 2710. Die 600.000 Juden, die 1917/1919 aus Russland aus- bzw. zurückgewandert waren, erhielten zwischen 1926 und 1928 die polnische Staatsbürgerschaft.

Die Weißrussen erreichten, zumindest kurzfristig, eine Verbesserung ihrer Lage. 1929 entstand an der Universität Wilna sogar ein Lehrstuhl für Beloruthenistik. In Ostgalizien wurde hingegen der ukrainischen Minderheit die versprochene ukrainische Universität Lemberg vorenthalten. Im zuvor russischen Ruthenien hingegen wurde von den Behörden ein wohlwollender Kurs eingeschlagen. Im Südosten des Landes war die Organisation Ukrainischer Nationalisten aktiv und bekämpfte den polnischen Staat mit Anschlägen und Sabotageakten, was zu Militäraktionen Polens führte.

Am 13. September 1934 kündigte Polen den Minderheitenschutzvertrag und kündigte an, ein solches Abkommen nur erneut zu unterschreiben, wenn es ein einheitliches für ganz Europa geben würde. Das deutsch-polnische Genfer Abkommen über Oberschlesien lief im Mai 1937 aus. Mit Deutschland wurde am 5. November 1937 ein bilateraler Vertrag geschlossen, der den Minderheitenschutz an den Schutz der eigenen Landsleute im jeweils anderen Staat band.

Die Rechte der vielen Minderheiten (vor allem Ukrainer, Weißrussen und Deutsche) wurden massiv eingeschränkt, vor allem die Juden diskriminiert und verfolgt. 1936 organisierte das Regime einen Boykott gegen die Juden, der von der katholischen Kirche unterstützt wurde. Bei den gleichzeitigen Pogromen wurden mehrere Dutzend Menschen erschlagen. Man machte die Juden als Sündenböcke für negative Begleiterscheinungen der Moderne wie Atheismus, Kommunismus und Pornographie sowie für die strukturellen Probleme verantwortlich, unter denen die Wirtschaft des Landes in der Zwischenkriegszeit litt. Verschiedene Berufsverbände schlossen Juden nach dem Beispiel der deutschen Arierparagraphen von der Mitgliedschaft aus, einige Universitäten führten einen Numerus clausus für jüdische Studenten ein. Im März 1938 verwehrte das Sanacja-Regime 16.000 Juden mit polnischer Staatsangehörigkeit die Einreise, die vom NS-Regime in der so genannten Polenaktion des Landes verwiesen worden waren und daraufhin im Niemandsland zwischen Deutschland und Polen festsaßen.[36]

Die vom NS-Staat unterstützte deutsche Minderheit geriet trotz der seit dem Nichtangriffsvertrag zwischen Adolf Hitler und Piłsudski offiziell guten deutsch-polnischen Beziehungen immer stärker unter die Beobachtung polnischer Geheimdienststellen, wozu auch die wachsende Begeisterung vieler Angehöriger der deutschen Minderheit für den Nationalsozialismus beitrug.

Konflikte mit den Nachbarländern

Der Zerfall der Vielvölkermonarchien in Zentral-, Süd- und Osteuropa hinterließ ein machtpolitisches Vakuum, das zur Entstehung bzw. Wiederentstehung von elf Nationalstaaten, darunter Polen, führte. Diese Entwicklung verlief nicht immer friedlich, sodass es zu einer Reihe militärischer Auseinandersetzungen um die Neugestaltung der Grenzen kam.

Im Fall der Zweiten Republik Polen waren das folgende Konflikte:

Polen war also mit fast jedem Nachbarland in Konflikte um Territorien und ethnische Minderheiten verwickelt. Im Osten hatte Polen seine Grenzen nach den Kämpfen mit Sowjetrussland etwa 200 km östlich der von Polen als auch Sowjetrussland nicht akzeptierten Curzon-Linie gefestigt. Nur mit Rumänien und Lettland unterhielt Warschau spannungsfreie Beziehungen.

Insgesamt verfügte der neue Staat über fast 5.000 km Grenze, wovon lediglich 350 zu Rumänien und 100 km zu Lettland nicht an Gegner grenzten. Dies führte dazu, dass etwa ein Drittel der Staatsausgaben vom Ministerium für Militärische Angelegenheiten verwaltet wurden. Kritik an diesem hohen Budget wurde dabei auch von der Opposition nicht geäußert.[37] Die Republik war zunächst eine parlamentarische Demokratie, wurde jedoch nach dem Maiputsch Józef Piłsudskis im Mai 1926 in ein von diesem autoritär geführtes Sanacja-Regime mit lediglich demokratischer Fassade umgewandelt. Als faktisches Enddatum gilt meist der 1. September 1939, der Beginn des deutschen Polenfeldzuges.

Mit Międzymorze wurde zudem von Piłsudski das Konzept eines von Ostsee bis Schwarzem Meer reichenden slawisch-baltischen Bundesstaates in Mittel- und Osteuropa unter polnischer Führung vorgeschlagen,[38] das von den anderen Nationen abgelehnt wurde.

Die polnischen Ostgebiete wurden in der im geheimen Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt vom 24. August 1939 vereinbarten Interessengebietsaufteilung Josef Stalins Interessensphäre zugeordnet (Vierte Teilung Polens). Stalin ließ die Rote Armee am 17. September dort einmarschieren, die Gebiete blieben in der Folge des Zweiten Weltkrieges bei der Sowjetunion. Er schlug Polen die deutschen Ostgebiete östlich der Oder-Neiße-Linie als Entschädigung zu. Dem stimmten die Westalliierten der Anti-Hitler-Koalition einstweilen zu. Somit fand gegen den Willen der betroffenen polnischen sowie auch deutschen Bevölkerung eine komplette Neuordnung der Grenzen mit einer daraus resultierenden Westverschiebung Polens statt.

Deutschland

Mit Deutschland gab es zwischen 1919 und 1921 Auseinandersetzungen vor allem um den Besitz Oberschlesiens. Bei der Abstimmung am 20. März 1921 stimmten 59,6 % der Wähler für den Verbleib bei Deutschland. In einigen Gebieten überwog das pro-polnische Votum. Generell war der pro-deutsche Stimmenanteil in den Städten besonders hoch und der pro-polnische in einigen ländlichen östlichen Regionen.

Polnische Freischärler begannen daraufhin am 3. Mai 1921, begünstigt von französischen Besatzungstruppen – Italiener und Briten unterstützten die deutsche Seite –, einen bewaffneten Aufstand, um den Anschluss zumindest von Teilen Oberschlesiens an Polen gewaltsam durchzusetzen. Das Deutsche Reich konnte aufgrund der Beschränkungen durch den Versailler Vertrag nicht gegen die Freischärler vorgehen, jedoch gingen mit Billigung der Reichsregierung Freikorps des „Selbstschutzes Oberschlesien“ gegen die polnischen Aufständischen vor. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Polen. Am 23. Mai 1921 gelang den deutschen Freikorps die Erstürmung des St. Annabergs, wodurch eine Stabilisierung der Lage eintrat.

Am 20. Oktober 1921 beschloss der Oberste Rat der Alliierten, einer Empfehlung des Völkerbundes folgend, das ostoberschlesische Industrierevier an Polen zu übertragen, dem es als Autonome Woiwodschaft Schlesien angeschlossen wurde. Beim Deutschen Reich verblieb der flächen- und bevölkerungsmäßig größere Teil des Abstimmungsgebiets – Industriestädte wie Beuthen OS, Gleiwitz oder Hindenburg OS blieben weiter deutsch – doch Ostoberschlesien mit etwa 80 % des Industriereviers kam zu Polen. Beide Seiten mussten sich auf Veranlassung des Völkerbundes zum Schutz der jeweiligen nationalen Minderheiten in Oberschlesien verpflichten (Genfer Abkommen). Die Einhaltung dieses Minderheitenschutzes, vertraglich auf 15 Jahre begrenzt, war in der Folgezeit eine anhaltende Quelle von zwischenstaatlichen Spannungen zwischen Deutschland und Polen.

Der überwiegende Teil der Provinzen des Königreichs Preußen, Westpreußen und Posen, die durch die Teilungen Polens 1772 und 1793 an Preußen gekommen waren, wurden aus der Weimarer Republik herausgelöst und ohne Volksabstimmungen der neuen Republik einverleibt. Polen bekam dadurch einen Zugang zur Ostsee bei Gdingen. Einen Teil der Gebiete hatte polnisches Militär im Großpolnischen Aufstand bereits zuvor militärisch besetzt.

Die alte Hansestadt Danzig, auf deren Erwerb Polen gehofft hatte, wurde durch die Alliierten zur Freien Stadt Danzig erklärt und verblieb mit Nutzungsrechten Polens am Danziger Hafen und Einschluss ins polnische Zollgebiet doch außerhalb der Grenzen des neuen polnischen Staates unter der Aufsicht des Völkerbundes. Aufgrund des nicht geglückten Erwerbs und der ablehnenden Haltung der deutschen Bevölkerung Danzigs begann Polen wenige Kilometer entfernt auf polnischem Gebiet in Gdingen (Gdynia) mit dem Bau eines neuen Hafens, der sich rasch zur Konkurrenz für Danzig entwickelte.

Für weitere Gebiete sah der Versailler Vertrag Volksabstimmungen über die Staatszugehörigkeit vor. In Masuren (Regierungsbezirk Allenstein) und im Bezirk Marienwerder (ehemals Westpreußen) fanden unter alliierter Aufsicht Volksabstimmungen statt, in denen sich die große Mehrheit der Bevölkerung (98 % bzw. 92 %) für den Verbleib bei Ostpreußen und Deutschland entschied.

Litauen und Ukraine

Die Restauration Polens, Gebietsveränderungen zwischen 1918 und 1922

Die polnischen Bestrebungen zur Wiederherstellung seiner historischen Grenzen von 1772 stießen auch in Litauen und in der Ukraine auf Widerstand und gefährdeten vor allem Ukrainer und Litauer. Eine Woche nach der polnischen Unabhängigkeitserklärung riefen auch die Ukrainer in Lemberg ihre Unabhängigkeit aus. Im Polnisch-Ukrainischen Krieg, um das ehemalige habsburgische Königreich Galizien und Lodomerien, erweiterte Polen sein Gebiet nach Osten in die Ukraine hinein. Besonders heftige Kämpfe wurden um Lemberg geführt, das polnische Freiwilligenverbände und reguläre Armeeteile am 21. November einnahmen. Der Krieg dauerte militärisch jedoch bis in den März 1919 an und wurde erst durch ein Abkommen zwischen Polen und der Volksrepublik Ukraine unter Symon Petljura am 21. April 1920 offiziell beendet.

Zum Angriffsziel polnischer Soldaten wurden aber auch die in der Westukraine lebenden Juden. Als Lemberg nach teilweise heftigen Kämpfen am 21./22. November 1918 von polnischen Truppen eingenommen worden war, kam es vom 22. bis zum 24. November zu einem Pogrom an der jüdischen Gemeinde der Stadt.

Der mit dem Versailler Vertrag ins Leben gerufene Völkerbund sah die Ziehung einer Grenzlinie aufgrund der im Dezember 1919 vorgelegten Empfehlungen einer Kommission unter Leitung des britischen Außenministers Curzon vor, durch die mehrheitlich polnischsprachige Gebiete um Wilna in Litauen und Lemberg in Galizien dem polnischen Staat verloren gehen würden.

Die weitergehenden Pläne Piłsudskis zielten zudem auf die Wiedererrichtung einer Republik unter polnischer Führung in der Tradition der 1795 untergegangenen Adelsrepublik, zu der auch mehrheitlich von Ukrainern und Weißrussen bewohnte Gebiete gehören sollten. Polnische Truppen besetzten daher 1919 den östlichen Teil Litauens um Wilna, das seine Unabhängigkeit gerade gegen Russland durchgesetzt hatte, ebenso vorübergehend Kiew in der Ukraine, was aufgrund der Überschneidung mit den territorialen Ansprüchen Sowjetrusslands zum Polnisch-Sowjetischen Krieg führte.

Sowjetunion

Der Polnisch-Sowjetische Krieg, Frontverlauf im Juni 1920

Zunächst drangen die polnischen Truppen unter General Rydz-Śmigły mit Unterstützung durch nationalukrainische Kräfte bis nach Kiew vor. Der schnelle Erfolg war durch das Ausweichen der sowjetischen Truppen begünstigt, die nach der Eroberung Kiews durch die Polen eine Gegenoffensive starteten. Die sowjetischen Einheiten unter General Tuchatschewski drangen bis Warschau vor, während General Budjonny Lemberg belagerte.

Durch ein waghalsiges Zangenmanöver gelang der polnischen Armee unter Piłsudskis Kommando der Durchbruch und eine nahezu vollständige Vernichtung der sowjetischen Einheiten: Während die polnischen Einheiten versuchten, die Armee von General Tuchatschewski bei Radzymin nordöstlich von Warschau aufzuhalten, startete Piłsudski vom Fluss Wieprz in der Woiwodschaft Lublin eine Großoffensive in Richtung Norden. Der Überraschungseffekt war so groß, dass die letzten sich zurückziehenden Einheiten der Roten Armee über deutsches Gebiet – Ostpreußen – flüchten mussten.

1921 schlossen die Kriegsparteien in der lettischen Hauptstadt Riga einen Friedensvertrag, worauf der Aufbau Polens im Inneren in Angriff genommen wurde. Piłsudski verfehlte zwar sein Ziel, die Staatsgrenze von 1772 wiederherzustellen, es gelang ihm jedoch, die polnische Staatsgrenze etwa 200 km östlich der Curzon-Linie zu erweitern, der geschlossenen polnischen Sprachgrenze mit relativer Bevölkerungsmehrheit.

Im östlichen Teil Polens betrug der polnische Bevölkerungsanteil 1919 etwa 25 %, 1938 bezeichneten sich 38 % als polnisch. Den übrigen Anteil bildeten jeweils andere Nationalitäten. Die Bevölkerungsmehrheit bezeichnete sich als ukrainisch, weißrussisch oder jüdisch. Mehrheitlich polnisch – mit einem hohen Anteil Juden – waren dagegen die Städte Wilna und Lemberg.

Verwaltungsgliederung

Polen 1920–1939

Woiwodschaften

Das Staatsgebiet wurde in 16 Woiwodschaften und die ihnen gleichgestellte Hauptstadt Warschau gegliedert. Die Grenzen dieser Verwaltungseinheiten orientierten sich zunächst an den einstigen deutschen, österreich-ungarischen und russischen Verwaltungsgrenzen, doch gab es am 1. April 1938 einige Gebietsumgliederungen.

  1. Woiwodschaft Białystok
  2. Woiwodschaft Kielce
  3. Woiwodschaft Krakau
  4. Woiwodschaft Lublin
  5. Woiwodschaft Lemberg
  6. Woiwodschaft Lodsch
  7. Woiwodschaft Nowogródek
  8. Woiwodschaft Polesien
  9. Woiwodschaft Pommerellen
  10. Woiwodschaft Posen
  11. Woiwodschaft Stanislau
  12. Woiwodschaft Tarnopol
  13. Woiwodschaft Warschau (Land)
  14. Warschau (Stadt)
  15. Woiwodschaft Wilna
  16. Woiwodschaft Wolhynien

Wirtschaft

Die Kämpfe des Ersten Weltkrieges an der mehrfach auf dem Boden des späteren polnischen Staates verlagerten Front hatten schwere Zerstörungen hinterlassen. Lediglich im ehemals preußischen Teilungsgebiet war es nicht zu Kämpfen gekommen. In Zentralpolen waren über 1,75 Millionen Zivilisten nach Russland evakuiert und Industrieanlagen demontiert worden. Die österreichischen und deutschen Besatzer hatten große Teile der Ernte und Industrieproduktion konfisziert und Zivilisten zur Zwangsarbeit in ihre Staatsgebiete deportiert.

Insgesamt verlor das Gebiet des späteren Polens im Weltkrieg zwei bis drei Fünftel seines Viehbestandes, die Getreide- und Kartoffelproduktion sank auf etwa die Hälfte, die Weizenproduktion sank auf ein Drittel des Vorkriegsstandes. Es wird geschätzt, dass im November 1918 nur noch 15 Prozent der Arbeiter von 1913 in der Industrie arbeiteten. Etwa die Hälfte der Brücken und fast zwei Drittel der Bahnhöfe waren zerstört. Durch die Teilungen Polens hatten sich die jetzt in einem Staat wiedervereinten Teile sehr unterschiedlich entwickelt. Vereinfacht wurde zwischen dem vergleichsweise gut entwickelten Polen A und dem rückständigen Polen B mit der Trennlinie an der Weichsel unterschieden.

Die Arbeits- und Sozialgesetzgebung der Zweiten Polnischen Republik gehörten zu den modernsten der damaligen Zeit. 1918/1919 wurden Dekrete über den 8-Stunden-Arbeitstag, Gewerkschaften, Gesundheitsversicherung und Arbeitsinspektion erlassen. 1920 folgten Gesetze zu Krankenkassen, Arbeitszeit und 1922 zu Urlaubsansprüchen. Mitte Oktober bis Ende November stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen von 200.000 auf 300.000.

Das Staatsbudget war defizitär, 1921 waren 40 Prozent, 1922 51 Prozent der Ausgaben gedeckt. Während des gesamten Bestehen des Staates nahm das Ministerium für Militärische Angelegenheiten bis zu einem Drittel des Staatsbudgets in Anspruch.

Währung

Am 15. Januar 1920 wurde die Polnische Mark eingeführt, zuvor gab es sechs gültige Währungen im Staat. Zwischen der Übernahme der Regierungstätigkeit durch Wincenty Witos im Mai 1923 und dem 1. August 1923 fiel der Kurs der Mark zum US-Dollar von 1:52.000 auf 1:230.000. Dies wird als Beginn der Hyperinflation in der polnischen Republik angesehen. Im Dezember 1923 war der Wechselkurs bereits auf 1:4,3 Millionen geklettert. Am 1. Februar 1924 wurde die Bank Polski gegründet, welche weitgehend unabhängig von der Regierung war. Im April 1924 wurde der Złoty (d. h. Gulden) eingeführt und so bis Mitte des Jahres die Polnische Mark vollständig abgelöst.

Landwirtschaft

Anfang der 1920er Jahre lebten drei Viertel der Bevölkerung von der Landwirtschaft wobei hier viele kleine Höfe das Bild dominierten. Ein Drittel der Landwirtschaftsunternehmen bewirtschafteten weniger als zwei Hektar (insgesamt 3,5 % des Ackerbodens), ein weiteres Drittel weniger als fünf Hektar (14,8 %) nur 0,9 Prozent der Unternehmen besaßen mehr als 50 Hektar (47,3 % des Bodens). Die bedeutendsten Landbesitzer waren die Familien Zamoyski, mit 191.000 Hektar, und Radziwiłł, 177.000 Hektar. Bis 1923 hatte die Landwirtschaft in den meisten Bereichen wieder den Stand von vor dem Weltkrieg erreicht.

Es gab ab 1919 mehrere Ansätze für eine Bodenreform, aber erst 1925 konnte Władysław Grabski erfolgreich ein effektives Gesetz erlassen. Er setzte ein Dekret von 1923 in ein Gesetz um, nach dem die Großgrundbesitzer jährlich mindestens 200.000 Hektar gegen volle Entschädigung in den Besitz von Kleinbauern überführen mussten.

Industrie

Die Industrie war während der Teilung auf die Bedürfnisse der Teilungsmächte ausgerichtet und wenig exportorientiert, vom preußischen Teilungsgebiet vielleicht abgesehen. Zudem war sie nur mangelhaft mit Kapital ausgestattet. Etwa 40 Prozent der Industrie wurde von Kartellen beherrscht. Der Staat war über die Bank Polski und durch Staatsmonopole ein wichtiger Faktor der Wirtschaft. Etwa 30 Prozent der Staatseinnahmen wurden in Staatsunternehmen generiert. Die Zahl der Industriearbeiter, ohne Oberschlesien, verfünffachte sich zwischen 1919 und 1922, blieb aber unter der Zahl von 1913. Auch die Reallöhne stiegen und erreichten Mitte 1921 98 Prozent der Einkommen von 1914.

Die Industrieproduktion stieg an und erreichte 1929 143 % des Standes von 1926. Durch den Wirtschafts- und Handelskrieg von 1925 und den damit wegfallenden Import wurde der Aufbau polnischer elektrotechnischer, chemischer und optischer Betriebe gefördert. Der Kohleexport wurde zwar durch den Handelskrieg zunächst beeinträchtigt, der englische Bergarbeiterstreik im Jahr 1926 führte aber zu einer erhöhten Nachfrage und einer Steigerung der Steinkohleförderung bis 1926 um fast 60 %.

Infrastruktur

Die Infrastruktur, da zuvor auf die jeweilige Teilungsmacht ausgerichtet, war schlecht miteinander verbunden. So gab es keine direkte Bahnverbindung von den Kohlerevieren im Süden des Landes zu dem entstehenden Hafen in Gdynia bzw. dem bestehenden Danzigs. Etliche Streckenführungen waren durch Kriegsschäden und ungünstige Streckenführung deutlich länger als nötig. So dauerte die Fahrt von Warschau ins etwa 400 Kilometer entfernte Lemberg bis 1925 12 Stunden, ab Sommer des Jahres 9 Stunden.

Bildung

Die Zweite Polnische Republik baute ihr Hochschulwesen schnell aus. So kamen zu den bereits existierenden Universitäten in Krakau, Warschau und Lemberg 1918 die Katholische Universität Lublin, 1919 die, wiedergegründete Universität in Wilno und im selben Jahr die Universität Posen. 1920 wurde ein Rahmengesetz für die Hochschulen erlassen.

1923 waren ein Drittel der Bevölkerung Analphabeten, wobei sich die Verteilung sehr stark unterschied. Im zuvor russischen Osten, Polesien und Wolhynien, waren dies bis zu 50 %, im polnischen Teil Oberschlesiens lediglich 1,5 %. Im Osten Polens wurde 1919 die bis dahin nicht bestehende allgemeine Schulpflicht eingeführt womit innerhalb von vier Jahren die Zahl der Lehrer als auch Schüler um zwei Drittel stieg. Trotzdem besuchten Mitte der 1920er Jahre etwa 40 % der Schulpflichtigen keine Schule und das Verhältnis der Lehrer zur Bevölkerung erreichte 70 % des zentralpolnischen und etwa die Hälfte der westpolnischen Gebiete.

Siehe auch

Literatur

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Offizielle amerikanische Sichtweise des deutschen Konzentrationslager Systems

gelesen in http://juersmilitaria.com/new-article-german-language/

Der Operation Bloodstone Report von 1948

Als Harry Truman 1945 Präsident der Vereinigten Staaten wurde, war er schwer behindert durch seinen Mangel an Wissen über hochgeheime amerikanische militärische Geheimdienste. Ein Teil dieser Unwissenheit war darauf zurückzuführen, dass Franklin Roosevelt Truman 1944 nicht als Vizepräsident haben wollte, sondern vielmehr den ultraliberalen Henry Wallace, der für den sowjetischen Führer Josef Stalin viel akzeptabler war. Wallaces pro-sowjetische Ansichten stimmten eher mit Roosevelts Werbung für den sowjetischen Diktator überein. In Russland war sicherlich bekannt, dass Roosevelts Gesundheitszustand schnell versagte und ein pro-sowjetischer Nachfolger ein Mann gewesen wäre, mit dem Stalin lieber verhandeln würde.   

Die Beamten der Demokratischen Partei erkannten auch diese Situation und zwangen Roosevelt im Grunde genommen, einen anderen Kandidat zu wählen. Senator Harry Truman aus Missouri wurde schließlich entschieden und zerstörte die Hoffnungen auf eine umfassende und völlig freizügige Zusammenarbeit der Vereinigten Staaten mit Sowjetrußland für Wallace, Roosevelt und Stalin nach dem Krieg.

Roosevelt war ein rachsüchtiger und unbedeutender Mann, und er hielt Truman, eine Person ohne Kenntnis des militärischen Geheimdienstes, absichtlich in völliger Unkenntnis solcher Angelegenheiten und verweigerte ihm sogar alle Informationen über die Entwicklung der Atombombe.

Nach Roosevelts plötzlichem, aber nicht unerwartetem Tod 1945 stieg Truman in sein hohes Amt auf, ohne Kenntnis der Struktur oder der Ziele des militärischen Geheimdienstes oder des Office of Special Services, der OSS, einer geheimen Geheimdienstorganisation, die von William Donovan, einem New Yorker Anwaltsfreund von Roosevelt, gegründet wurde.

Als Truman entdeckte, was für die meisten Insider offensichtlich war, nämlich dass die OSS mit aktiven Kommunisten gefüllt war, sollte sie auf ausdrücklichen Wunsch von Roosevelt hinzugefügt werden, um besser mit ihren sowjetischen Kollegen zusammenarbeiten zu können, ordnete er an, dass die OSS am 20. September 1945, fünf Monate nach seinem Amtsantritt, aufgelöst wird.

Truman fand es immer schwieriger, Informationen über die Aktionen der US-Geheimdienste zu erhalten, und drängte den Kongress auf die Einrichtung einer Omnibusagentur, die alle Geheimdienstangelegenheiten koordinieren und ihn regelmäßig darüber informieren würde.

Das Gesetz über die nationale Sicherheit wurde am 26. Juli 1947 verabschiedet, und daraufhin wurde der Nationale Sicherheitsrat eingerichtet. Ihr erklärtes Ziel war es, die gesamte Außen-, Innen- und Militärpolitik zu koordinieren, soweit sie sich auf die nationale Sicherheit bezog.

Die Central Intelligence Agency, die unter dem National Security Act gegründet wurde, löste eine Central Intelligence Group (CIG) ab, die von Truman im Januar 1946 gegründet wurde und ursprünglich von Admiral Sidney W. Souers, einem ehemaligen stellvertretenden Chef des Naval Intelligence, geleitet wurde.

1948 begann der Kalte Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, der seit dem Tod von Roosevelt und dem Ende des Zweiten Weltkriegs tobte, ernsthaft. Stalin, der den militärischen und politischen Willen seines ehemaligen Verbündeten auf die Probe stellte, richtete eine enge, militärische Blockade der von vier Mächten kontrollierten deutschen Hauptstadt Berlin ein. Truman stellte sich dieser Herausforderung mit einer massiven Luftbrücke, die die Stadt mit Luft versorgt hielt, und Stalin gab schließlich auf und stoppte die Blockade. Stalin hatte ernste Probleme mit Tito, dem Herrscher des sowjetischen Satellitenstaates Jugoslawien, und es kam zu einer Machtergreifung durch die Kommunisten in der ehemaligen Republik Tschechoslowakei.

All diese zunehmenden internationalen Spannungen veranlassten die Vereinigten Staaten, die fast keine realistischen Informationen hinter Stalins Eisernem Vorhang hatten, sich mehr und mehr um Rat und Hilfe für die ehemaligen Feinde der USA und Stalins, die Deutschen, zu bemühen.

Es ist selbstverständlich, dass man Verbündete sucht, wenn man sie hasst, nicht wenn man liebt.

1946 begann der ehemalige Chef der deutschen Geheimdienstabteilung für das sowjetische Militärsystem, General Reinhard Gehlen, für die U.S. Army zu arbeiten, und 1948 wurde seine Gruppe von der CIA übernommen und von Oberst James Critchfield aus Pullach, einem Vorort von München, vertrieben. Gehlen, dessen Kriegsarbeit am russischen Militär sich im Gegensatz zu politischen Aktivitäten auf die Reihenfolge der Kampfhandlungen beschränkte, war in seiner Analyse der Stärken und operativen Ziele der Sowjetarmee eher falsch als richtig und wurde schließlich von Hitler wegen schwerer Inkompetenz aus seiner Position entlassen.

Die amerikanischen Behörden waren nicht so schnell dabei, den arroganten ehemaligen General zu verurteilen und fanden ihn sehr nützlich beim so genannten Empire Building.

Bis 1948 wurden Gehlen’s Berichte, ohne jegliche Änderungen, an den Präsidenten herausgegeben, da sie direkt von den brillanten Spezialisten der CIA stammten.

Anfang 1948 veröffentlichte Gehlen auf dringenden Wunsch seiner amerikanischen Militärkontrolleure einen Grabbericht, in dem es hieß, dass 175 sowjetische Panzerdivisionen bereit seien, nach Deutschland zu ziehen. Dieser Bericht war völlig fiktiv, eine Tatsache, die dem US-Militärgeheimdienst zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung bekannt war. Der Gehlen-Bericht wurde jedoch auf die Bedürfnisse mehrerer mächtiger Gruppen innerhalb der amerikanischen Regierung zugeschnitten. Es alarmierte den Kongress und den Präsidenten zum Zeitpunkt seiner inoffiziellen, aber völlig absichtlichen Freilassung im offiziellen Washington so sehr, dass der anhaltende Abbau der US-Militärkräfte sofort gestoppt wurde und die Geschäftswelt, die im Laufe des Zweiten Weltkriegs so enorme Gewinne erzielt hatte, die Möglichkeit sah, den wirtschaftlichen Boden wiederzufinden, den sie nach dem Ende dieses Krieges 1945 verloren hatte.

Als Folge des Anstiegs der Kriegslust im Westen wurden mehrere offizielle Programme zur Bekämpfung der als unmittelbare Bedrohung durch sowjetische Militäraktionen angesehenen Situation eingeleitet.

Diese standen unter der Schirmherrschaft von NSC 20, einer Reihe von Richtlinien, die verschiedenen Behörden zur Verwendung ehemaliger Feinde im kommenden Kampf gegen die Sowjetunion erteilt wurden.68

Die erste Serie unter der Kontrolle der U.S. Army waren jeweils Operations Apple Pie (eine gemeinsame US-amerikanische Aktion), Birchwood, Pyjamas und Projects Credulity and Dwindle.69

Das nicht zu übertreffende US-Außenministerium hat die Operation Bloodstone ins Leben gerufen, ein Programm, das wie die Programme der US-Armee ehemalige Mitglieder des deutschen Geheimdienstes sowie Mitglieder des politischen Geheimdienstes und der Spionageabwehr, des Sicherheitsdienstes (SD) und der Gestapo gesucht und eingestellt hat. Bloodstone wurde aktiv von Frank Gardiner Wisner entwickelt, einem ehemaligen OSS-Beamten, Leiter des Office of Policy Coordination (OPC) der CIA und einem starken Unterstützer des uneingeschränkten Einsatzes von ehemaligen deutschen Polizei- und Geheimdienstmitarbeitern sowie Mitgliedern anderer europäischer antikommunistischer Gruppen wie der kroatischen Ustacha und den Vlasov-Einheiten.

Letztere war eine von Deutschland kontrollierte Militärgruppe aus ehemaligen sowjetischen Armeepersonal, das sich nach der deutschen Invasion in Russland im Juni 1941 für den Kampf für Hitler gegen Stalin entschieden hatte.70

Um die Einstellung von Deutschen zu unterstützen, die erst kürzlich die erbitterten Feinde Amerikas waren, wurden eine Reihe von Positionspapieren über den Einsatz von Gestapo-, SD- und SS-Personal vorbereitet und an verschiedene Beamte der amerikanischen Geheimdiensthierarchie geschickt, darunter auch den Präsidenten selbst.

Diese stark recherchierten Positionspapiere spiegeln genau die zeitgemäße offizielle Denkweise zur Frage der Beschäftigung von Deutschen wider, die bisher von allen Verbündeten des Zweiten Weltkriegs verfolgt wurde.

Die Gehlen-Organisation, die einst von der US-Armee kontrolliert, aber 1948 von der CIA übernommen wurde, hatte bereits eine sehr große Anzahl von Deutschen, die zuvor wegen verschiedener wahrgenommener Delikte in ihren Reihen gesucht worden waren….

Einer dieser streng geheimen Berichte befasste sich mit einem Thema, das in den Jahren nach dem Ende des Europäischen Krieges 1945 von sehr geringem, aber intensivem Interesse war.

Dies betrifft das deutsche Konzentrationslagersystem im Allgemeinen und die behauptete geplante deutsche Vernichtung aller Juden Europas im Besonderen.

Seit dem Ende des Krieges ist ein riesiger Bestand an Literatur, Filmen, Fernsehkommentaren und anderen Erscheinungsformen soziologischer und politischer Propaganda erschienen, der die Ansicht, dass eine große Zahl von Juden entweder in deutschen Lagern durch Giftgas getötet oder im Hinterland des eroberten sowjetischen Territoriums von deutschen Militär- oder Polizeieinheiten erschossen wurde, nachdrücklich und unendlich unterstützt. Es ist eines der Hauptthemen dieser Arbeit, dass dieses angebliche Vernichtungsprogramm von Adolf Hitler offiziell angeordnet und von seiner Regierung bereitwillig umgesetzt wurde.

1948 begannen diese Behauptungen in den Vereinigten Staaten eine breite Verbreitung zu finden, und um ihnen zu begegnen, wurde der beigefügte offizielle Bericht erstellt.

Zunächst war es die Behauptung verschiedener jüdischer Gruppen, dass alle verschiedenen deutschen Gefangenenlager Gaskammern und Krematorien enthielten, die dazu bestimmt waren, so viele Juden zu schlachten und zu entsorgen, wie unter deutscher Kontrolle zu finden waren. Schließlich wurde nach reiflicher Recherche deutscher und amerikanischer Historiker entschieden, dass, während viele Häftlinge in diesen Lagern während ihrer Gefangenschaft starben, das eigentliche große Vernichtungslager mit den riesigen Gaskammern und noch größeren Krematorien in der Stadt Auschwitz, einer 10.000 Einwohner zählenden Stadt in Schlesien, lag.

Zu diesem riesigen Arbeitslagerkomplex, so wurde ihnen vorgegaukelt, wurde eine enorme Zahl von europäischen Juden geschickt, die speziell dazu bestimmt waren, vergast zu werden, und ihre Leichen wurden in riesigen Koksöfen verbrannt.

Die Gestalten der Toten hatten eine entschiedene Tendenz, sich mit der Erzählung zu erweitern, bis 1948 die Zahl von sechs Millionen Toten allgemein als Tatsache akzeptiert wurde.

In den vergangenen Jahren wurde die Zahl von sechs Millionen von jüdischen und vielen nicht-jüdischen Schriftstellern bestätigt und bekräftigt, die in vielen Mediendramen thematisiert wurden und von der Öffentlichkeit allgemein als sachlich akzeptiert werden. Da 1945 die vollständigen Aufzeichnungen des Konzentrationslagersystems sowie spezifische Aufzeichnungen aus dem Lager Auschwitz von den Sowjets beschlagnahmt wurden, konnte kein Wissenschaftler oder Forscher die Behauptungen über die enorme Schlachtung im Komplex Auschwitz überprüfen. In dem Wissen, dass man ungestört schreiben kann, was man will, erweiterten und verschönerten die Autoren des Themas ständig ihre Grundthemen, bis die Endergebnisse immer mehr nach den Produktionen der Brüder Grimm klangen.

Mit dem Zusammenbruch des Kommunismus in Russland ist 1991 viel bisher geheimes Material aus den Archiven der ehemaligen Sowjetunion den Forschern und, zumindest im Falle der deutschen KZ-Akten, die Gegenstand erbitterter Auseinandersetzungen und Wut jüdischer Gruppen sind, die die Geschichte des Vernichtungslagers Auschwitz aktiv und sehr aggressiv vorantreiben und unterstützen.

Eine beträchtliche Anzahl von Wissenschaftlern und Historikern, die den Behauptungen über die enorme Zahl der vernichteten Juden nachgegangen sind, haben herausgefunden, dass alle Schriften zu diesem Thema immer mit der sechs Millionenzahl übereinstimmen müssen. Sie stellen auch sehr schnell fest, dass diese Konformität nicht nur notwendig, sondern zwingend ist.

Jeder Historiker, egal wie seriös oder genau in seiner Forschung, der diese Endsumme in jede Art von Frage bringt, entdeckt, dass er auf eine außerordentlich mächtige Einheit gestoßen ist, die sehr effektiv jede Art von ausgewogener Untersuchung der Genauigkeit der Figuren jüdischer Toter blockiert.

Der Bloodstone-Bericht wird hier zusammen mit einem umfangreichen Zahlenwerk über Auschwitz von 1940, als das Lager als Kriegsgefangenenlager eröffnet wurde, bis Dezember 1944 vorgestellt, als das Lager aufgelöst wurde und seine Arbeiter/Häftlinge in die relative Sicherheit des Westens versetzt wurden.

Die Statistiken stammen direkt aus den offiziellen deutschen Aufzeichnungen und sind auf Tausenden von Seiten mikroskopisch verfilmten Materials aus dem ehemaligen Sowjetarchiv zu finden.

Es sei darauf hingewiesen, dass der Bloodstone-Bericht bis vor kurzem hoch eingestuft war und nicht für die Forschung zur Verfügung stand, und die Freigabe der wichtigsten Aufzeichnungen des Konzentrationslagers durch die Russen im Jahr 1990 wurde von jüdischen Aktivistengruppen als “schwerer Fehler” bezeichnet. Letztere bestreiten nicht die Authentizität oder Richtigkeit der Akten, sondern stellen die Motive und die Weisheit der russischen Archivare in Frage, die ihre öffentliche und uneingeschränkte Veröffentlichung erleichtert haben.

Am 17. März 1991 erschien in der Sonntagsausgabe der New York Times eine Geschichte über die Zahlen des Konzentrationslagers mit dem Titel “The Search for the Vanished” von Judy Chicurel.

Zu den wichtigen Aussagen gehörten:’….das amerikanische Rote Kreuz. Der Dienst, der im Oktober (1990) begann, verwendet Dokumente, die vor fast zwei Jahren aus der Sowjetunion veröffentlicht wurden und die mehr als 400.000 Menschen auflisten, die in Lagern interniert waren und unter dem Dritten Reich starben….”(Hervorhebung hinzugefügt.)

Und….. “In den Dokumenten sind Aufzeichnungen von 46 Vernichtungslagern enthalten, darunter fast 70.000 Sterbeurkunden aus Auschwitz (Hervorhebung hinzugefügt) und 130.000 Namen von Häftlingen, die für Zwangsarbeit in deutschen Unternehmen verwendet werden (Im Lager gelegen, Hrsg.)”.

Es war der erklärte Glaube der Holocaust-Wissenschaftler, dass diese Aufzeichnungen, so echt sie auch sein mögen, von jemand anderem als ihnen selbst “missverstanden” werden und dass die ehemalige kommunistische Regierung Russlands ihnen versprochen hatte, dass diese Papiere niemals veröffentlicht würden.

Die Gründe für diese wütenden und verängstigten Einwände werden dem Leser schnell klar werden, wenn sich der Bloodstone Report vor ihren Augen entfaltet.

Die objektive Wahrheit hat, wie das Gras, die Angewohnheit, sich nach oben zum Tageslicht zu bewegen, im Gehorsam gegenüber den Gesetzen Gottes und sehr oft im Ungehorsam gegenüber den Wünschen der Menschen.

Operation Blutstein         

Die Operation Bloodstone wurde ursprünglich 1948 vom US-Außenministerium gegründet. Sein Vorfahre war George F. Kennan, Abteilungsexperte für sowjetische Angelegenheiten.

Sein erklärter Zweck war es, den sowjetischen Expansionismus zu vereiteln, aber sein eigentliches Mandat war es, Meinungsverschiedenheiten innerhalb der neu erworbenen Gebiete der Sowjetunion zu schaffen, Meinungsverschiedenheiten, die insbesondere die Förderung bewaffneter Rebellionen durch verschiedene ethnische Gruppen umfassten.

Um dies zu erleichtern, sah Kennans Plan die Nutzung aller natürlichen inneren Feinde des kommunistischen Reiches sowie die Nutzung von Stalins ehemaligen Feinden wie Ex-Gestapo-, SD- und Abwehragenten, nicht-deutschen Einheiten wie der kroatischen Ustacha, Mitgliedern der Ungarischen Pfeilkreuzpartei und vielen anderen vor.

Unmittelbar nach dem Krieg, als es mehr Zusammenarbeit mit Sowjetrußland gab, wurden Mitglieder dieser Agenturen auf Drängen der Sowjets verhaftet, vor Gericht gestellt und oft wegen ihrer Aktivitäten auf dem eroberten russischen Territorium hingerichtet.

In Deutschland wurden viele SD- und Gestapo-Mitarbeiter, darunter einige ehemalige Mitarbeiter auf höchster Regierungsebene, heimlich für die Arbeit gegen die Sowjetunion rekrutiert. Diese Rekrutierung wurde teilweise durch die Verwendung der zahlreichen Fahndungslisten unterstützt, die nach Kriegsende erstellt wurden.

Die Gehlen-Organisation, die zunächst von der U.S. Army und später vollständig von der CIA geleitet wurde, war mit solchen Menschen gefüllt. Andere Agenturen haben sich in ihren eigenen Interessengebieten angesiedelt.

In einem Fall suchte und erhielt die U.S. Air Force die Dienste von General Dr. Walter Schreiber, einem Wehrmachtsexperten für übertragbare Krankheiten, einschließlich Beulenpest und Typhus. Schreiber, dessen Kriegsaktivitäten zur Verbreitung dieser Krankheiten unter Angehörigen der sowjetischen Militär- und Zivilbevölkerung ihn besonders begehrenswert machten, wurde schließlich bloßgestellt und musste Amerika verlassen.

Bloodstone rekrutierte offen jeden, den sie für wertvoll hielten, unabhängig von allen bestehenden Anschuldigungen von Kriegsverbrechen durch ein Unternehmen, einschließlich Sowjetrußland und der Vereinigten Staaten selbst.

Einem amerikanischen Präsidenten, der den gleichen Dosen der antideutschen Kriegspropaganda ausgesetzt war, die für die amerikanische Öffentlichkeit produziert wurde, fanden es die Beamten von Bloodstone notwendig, ihre Handlungen zu erklären und in vielen Fällen zu begründen.

Der folgende Bericht soll sich speziell mit dem deutschen Konzentrationslagersystem im Allgemeinen und den Geschichten über riesige, geplante Massaker an europäischen Juden im Besonderen befassen.

Dieser Bericht ist langwierig und oft wiederholend und beginnt nach einer Einführung mit einem allgemeinen Überblick über das deutsche Konzentrationslagersystem, wie es 1948 wahrgenommen wurde.

“I n t r o d u c t i o n

Angesichts der zunehmenden weltweiten Spannungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten suchen beide Parteien aktiv nach Verbündeten, um ihnen bei der Eskalation zu helfen, die durchaus zu einem offenen Krieg führen kann.

Die Sowjetunion betrachtet die amerikanische Annäherung an die deutschen Interessen mit Sorge und Wut. Es war schon immer die feste Absicht von STALIN gewesen, die physische Kontrolle über das deutsche Industriegebiet an der Ruhr zu übernehmen. Die russische Eroberung des hochindustrialisierten Deutschland ist seit der Zarenzeit eines ihrer Hauptziele. Aus diesem Grund hatte STALIN den STAUFFENBERG-Versuch auf HITLER 1944 unterstützt und hatte die Absicht, gegen seine Vereinbarungen über Einflussbereiche zu verstoßen und wollte 1945 durch Deutschland an den Rhein weiterziehen.

Er wurde durch den Tod von ROOSEVELT und durch die gefährliche amerikanische Militärpräsenz in Westeuropa 1945 behindert.

Da es offensichtlich war, dass der neue Präsident mit sowjetischen Zielen weitaus weniger kooperativ war als sein Vorgänger, startete STALIN ein Programm von Terrorismus, militärischen Bedrohungen und Subversionen, ein Programm, das nach wie vor in Kraft ist und immer noch extrem gefährlich für die amerikanischen Interessen ist.

Nach sowjetischer Auffassung steht die amerikanische Wirtschaftshilfe für Europa im Gegensatz zu ihren Plänen zur Destabilisierung dieser Region und der anschließenden Übernahme durch sowjetfreundliche lokale kommunistische Parteien. Sie wurden in ihren Zielen in Griechenland und Italien behindert, aber ihrer Ansicht nach wird die Haltung der USA gegenüber Deutschland vom Kreml als äußerst gefährlich für die Sowjets angesehen.

Eine neue militärische Auferstehung Deutschlands ist für STALIN von größter Bedeutung, gefolgt von amerikanischer Wirtschaftshilfe und, wie sie es in Moskau sehen, einer eventuellen amerikanischen Wirtschaftskontrolle über die deutsche Wirtschaftsentwicklung.

Um einen Keil zwischen der aktuellen amerikanischen Politik gegenüber Deutschland und dem amerikanischen Volk zu treiben, haben die Sowjets ein umfangreiches Propagandaprogramm gestartet, das darauf abzielt, eine Situation zu schaffen, in der sich die amerikanische Öffentlichkeit weigern wird, eine weitere deutsch-amerikanische Annäherung zu unterstützen.

Diese Propaganda beschäftigt sich hauptsächlich mit deutschen Kriegsgräueln oder angeblichen Gräueltaten. Der wichtigste Aspekt dieser Kampagne betrifft die deutschen Konzentrationslager und insbesondere die angeblich große Zahl von Juden, die deportiert, in diesen Lagern eingesperrt, gefoltert, mit tödlichem Gas getötet und in großer Zahl verbrannt werden.

Da die Sowjets über alle Akten der Direktion des Konzentrationslagers verfügen, ist es ihnen nun möglich, jede Art von wilden und unbegründeten Behauptungen aufzustellen, die sie wünschen, ohne Angst vor Ablehnung.

Sie haben eine umfangreiche Kampagne mit Unterstützung verschiedener jüdischer Schriftsteller, Historiker, politischer Gruppen und Mitglieder der Film-, Presse- und Filmgesellschaften gestartet.

Dieses Programm wurde im Laufe des Krieges von sowjetischen Literaturkoryphäen wie Ilya Ehrenberg und anderen fanatischen antideutschen Juden ins Leben gerufen und bis heute ununterbrochen fortgesetzt.

Inzwischen ist bekannt, dass viele Dokumente, die bei den Nürnberger Prozessen nach dem Krieg als Beweismittel vorgelegt wurden, russische Fabrikate waren und dieses Fälschungsprogramm noch immer in Kraft ist.

Das Bild von Tausenden von abgemagerten, nackten Körpern, die um die Gelände der befreiten Konzentrationslager herum verstreut sind, ist in den Köpfen der amerikanischen Öffentlichkeit fest verankert. Diese Leichen sollen von den Deutschen ermordet worden sein, während sie tatsächlich Opfer der Typhusepidemien sind, die seit 1942 in allen deutschen Lagern wüteten. Besonders hervorzuheben ist das von den Briten befreite Lager Bergen-Belsen. Die Häftlinge in diesem Lager waren Ende 1944 aus Auschwitz verlegt worden, und Typhus hatte dort seit der Einführung lausiger sowjetischer Gefangener Mitte 1941 Verwüstung angerichtet.

In der Öffentlichkeit herrscht große Verwirrung über diese Lager und über das Massaker an Millionen von Juden.

Erstens ist es notwendig, eine Definition dessen zu geben, was ein Konzentrationslager war.

  1. Definition von Konzentrationslagern

Nach deutschem Recht bot ein Konzentrationslager (offiziell abgekürzt KL, aber im Volksmund als KZ bezeichnet) Schutzhaft für Personen, die nicht gerichtlich zur Haft verurteilt worden waren, und/oder für diejenigen, die nach Verbüßung einer gerichtlichen Strafe von der Gestapo, dem Sicherheitsdienst oder der Geheime Feldpolizei zur weiteren Inhaftierung verurteilt worden waren.

Die rechtlichen Definitionen für die Lager waren in den verschiedenen deutsch besetzten Gebieten Europas sehr unterschiedlich. So waren beispielsweise die Straflager in Polen häufig den Gefängnissen ähnlich und dienten dem gleichen Zweck, aber die Behandlung von Häftlingen könnte der in Konzentrationslagern in Deutschland entsprechen.

Es schien keine eindeutige Formel für die Errichtung von Haftanstalten zu geben. Neue Lager wurden oft an bestehende Strafvollzugsanstalten angegliedert. Ein Konzentrationslager könnte zu den Räumlichkeiten eines Zuchthauses hinzugefügt oder genutzt werden.

Ein Beispiel für den letztgenannten Fall war die Nutzung des Krematoriums im PLÖTZENSEE Zuchthaus durch die KL ORANIENBURG. Die Konzentrationslager könnten beispielsweise durch ein Straflager für Arbeitsverweigerer erweitert werden. Entgegen der gängigen Legende haben es sich alle deutschen Justizvollzugsanstalten seit der Jahrhundertwende zur Regel gemacht, jeden toten Häftling zu verbrennen und seine Asche an seine Familie zurückzugeben. Dies war insbesondere dann notwendig, wenn der Verstorbene aus einer Infektionskrankheit wie Typhus ausläuft.

PW Dulags (Durchgangslager) und Internierungslager erschienen fälschlicherweise in einigen Kriegslisten wie KL’s, wahrscheinlich weil der Begriff Dulag auch auf Sammelstationen aller Art für Schutshäflinge hätte angewendet werden können: Bewegungen von Häftlingen von einem Lager zum anderen, insbesondere aus Lagern in besetzten Gebieten zu denen im Reich, waren in den letzten Kriegsjahren recht häufig.

So wurden beispielsweise 1944 eine große Anzahl ungarischer Juden, fast alle jener Juden, die in diesem Jahr aus Budapest deportiert wurden, aus dem KL Auschwitz in andere KLs im ganzen Reich verlegt.

  1. Anzahl der Lager und Häftlinge

Da die Sowjets über die vollständigen Aufzeichnungen des deutschen Konzentrationslagersystems verfügen und sich weigern, es freizulassen, liegen umfassende Berichte zu diesem Thema vor, die Schätzungen über die Zahl der Häftlinge in den KL’s, die Gesamtzahl der Lager in Deutschland und in den von Deutschland gehaltenen Gebieten und vor allem über die Zahl der während des Krieges umgekommenen KL-Häftlinge, ihre Herkunft und die Mittel für ihren Tod nicht sofort verfügbar sind.

Da jedoch jeder Lagerkommandant der KL-Hauptverwaltung monatliche statistische Berichte vorlegen musste und so viele Kopien dieser Berichte in verschiedenen Akten in den verschiedenen Besatzungszonen Deutschlands vorliegen, konnte ein Großteil dieser Informationen rekonstruiert werden. Wegen seiner Patentunwahrheit wurde keine Dokumentation aus sowjetischen oder jüdischen Quellen verwendet.

Ein zuverlässiger Bericht vom Oktober 1943 über die Lager in Polen erwähnte die Existenz von 109 Lagern in diesem Land, die in die folgenden Typen unterteilt sind:

Neun Transit-Camps

Vierundzwanzig KL’s

Drei große Zwangsarbeitslager

Sechzig kleinere Zwangsarbeitslager

Drei Lager für Priester

Neun Lager für Juden

Ein Lager “zur Verbesserung der nordischen Rasse”.

Einige Kriegsquellen schätzen die Zahl der Deutschen, die in den Jahren 1933 bis 1944 zu verschiedenen Zeiten inhaftiert waren, auf 750.000 bis 1.300.000.

Die konservativste Schätzung der Zahl der Personen in “Schutzhaft” in Deutschland im Juli 1944 lag bei 170.000 bis 370.000.

Die Zahl der KL-Insassen in Deutschland selbst in den letzten Kriegsmonaten wird auf 300.000 bis 500.000 geschätzt. Von dieser Zahl bestand ein bedeutender Prozentsatz aus “rassisch reinen” Deutschen im Sinne des nationalsozialistischen Rechts.

Ein großer Prozentsatz dieser Häftlinge war an Arbeitsprojekten beteiligt, oft für die Organisation Todt-OT und andere Arbeits- und Hilfsorganisationen. Der größte Lagerkomplex im Osten war Auschwitz, das in erster Linie als Arbeitslager der SS galt und oft zwischen 50.000 und 70.000 Häftlinge aller Herkunft auf der Liste hatte.

  1. Verpflichtung und Freigabe

Die Einweisung in den KL’s (Commitment to Concentration Camps) erfolgte durch beide Niederlassungen der Sicherheitspolizei (Sipo).

Die Gestapo (sowohl das Amt IV als auch das Reichssicherheitshauptamt RSHA in Berlin und seine Filialen und Unterfilialen) begingen und konnten diejenigen Personen freilassen, denen politische Straftaten und Verbrechen vorgeworfen, aber nicht verurteilt wurden. Diese wurde offiziell als Schutzhaft konzipiert.

Die Kriminalpolizei (Kripo): Sowohl das Amt V des Reichssicherheitshauptamtes als auch seine Filialen und Unterfilialen begingen “BV’s” (Berufsverbrecher) und konnten auch deren Freilassung anordnen.

  1. Verwaltung

Die deutschen Konzentrationslager wurden vom SS Wirtschafts- und Verwalltungshauptamt und vom Reichssicherheitshauptamt, dem Hauptsitz der Gestapo und des Sicherheitsdienstes, kontrolliert. Beide Abteilungen waren Teil der Reichsführung-SS (SS-Oberkommando).

Das SS Wirtschafts- und Verwalltungshauptamt (kurz WVHA) verwaltete die Lager, nachdem es die volle Kontrolle über das gesamte Personal, einschließlich der Wachen und Gefangenen, hatte.

Eine der Hauptfunktionen dieser Abteilung war die Überwachung der SS-Unternehmungen (SS-Unternehmen), für die Gefängnispersonal eingesetzt wurde. Die meisten Lager benutzten die Arbeit ihrer Häftlinge, und in einigen Fällen, insbesondere in Auschwitz, wurden sogar Fabriken entweder in oder in der Nähe der Lager gebaut, um diese Arbeit zu nutzen. Die WVHA war für die Produkte dieser Arbeiten verantwortlich.

Die Deutschen Ausrüstungswerke (DAW), von denen sich eine Niederlassung in ORANIENBURG befand, hatte eine Hauptverwaltung in Berlin und in Verbindung mit dem WVHA einen Anteil an der Produktionstätigkeit der Lager.

Das WVHA mit Sitz in Berlin wurde in mehrere Amtsgruppen oder Untergruppen aufgeteilt. Die Abteilung, die sich mit KZ-Angelegenheiten befasste, war die Amtsgruppe D, Führung und Verwaltung der Konzentrationslager. Die Büros befanden sich in ORANIENBURG, 20 Meilen nördlich von Berlin.

SS Obergruppenführer Oswald POHL war Leiter des Wirtschafts- und Verwasltungshauptamtes und war direkt gegenüber HIMMLER verantwortlich.

Amtsgruppenchef der Amtsgruppe D war Richard GLÜCKS, der die Ränge Gruppenführer in der General-SS und Generalleutnant in der Waffen-SS innehatte. GLÜCKS verschwand am Ende des Krieges, aber jüngste Berichte, die nicht überprüft wurden, haben ihn als Ressource für die Briten.

Folgende Ämter (Abteilungen) waren in der Amtsgruppe D enthalten:

Amt I Dies war das Zentralamt, das vom SS Obersturmbannführer Artur LIEBENSCHERL geleitet wurde und für die allgemeine Politik, Sicherheitsvorkehrungen, Öffentlichkeitsarbeit und Koordination der anderen Abteilungen innerhalb der Amtsgruppe zuständig war.

Amt II Unter der Leitung von SS Obersturmbannführer Gerhard MAURER. Diese Abteilung war für die allgemeine Verwaltung der Gefangenen zuständig.

Amt III Die Medizinische Abteilung unter SS Obersturmbannführer Dr. LOLLING war für die allgemeine medizinische und gesundheitliche Betreuung des gesamten Lagerpersonals, sowohl des Personals als auch der Gefangenen, zuständig.

Die Amtsgruppe C, (Bauwesen) war ein weiterer Zweig des WVHA, der die Arbeiten und Gebäude kontrollierte und daher den Bau in den Lagern der oben genannten Anlagen der DAW überwachte. Sie leitete die Aktivitäten des KZ-Personals, das zu den SS Bau Brigaden und SS Bau Battalionen für den Einsatz im Rahmen von SS-Bauvorhaben oder zur Räumung von Bombengebieten eingezogen wurde.

  1. Lagerorganisation

Richard GLÜCKS als Leiter der Amtsgruppe D war der Führer der Totenkopfverbände und Konzentrationslager (Commander of the Death’s Head Formations and Commissioner of Concentration Camps).

Während die Organisations- und Verwaltungsmethoden von Lagern in den verschiedenen deutschsprachigen Teilen Europas unterschiedlich waren, ist der folgende Überblick ziemlich repräsentativ für die Grundstruktur solcher Einrichtungen.

Der wichtigste Mann in jedem Lager war der Politische Kommissar. Er war Gestapo-Beamter der Politischen Abteilung.

Dieser Abschnitt war der Gestapo und dem Amt VI (Sicherheitsdienst durch Amt IV (Gestapo) unterstellt, die beide Teil des Reichssicherheitshauptamtes RSHA waren).

Die regionale Kontrolle erfolgte durch die Gestapo über ihre Leitstellen und Stellen und durch den Sicherheitsdienst über ihre Leitabschnitte und Abschnitte.

In mancher Hinsicht war der Politische Kommissar in einem Lager der Vorgesetzte des Lagerkommandanten (Lagerkommandanten) und konnte diesen sogar entfernen lassen. Normalerweise hat er sich jedoch nicht in die Verwaltung eines Lagers eingemischt, außer in einem Notfall.

Ein Politischer Kommissar erhielt das Doppelte des Gehalts eines Lagerkommandanten und zusätzlich 45 RM täglich für Reisekosten.

Der Rang eines Lagerkommandanten entsprach in der Regel der Bedeutung und Größe des Lagers, für das er verantwortlich war. Die Lagerwachen standen unter dem Kommando ihrer eigenen Offiziere, aber letztere führten die Befehle des Lagerkommandanten aus, soweit es um die Entsendung von Wachen und Wachen ging.

Als Stellvertreter hatte der Kommandant einen oder mehrere Lagerführer (Lagerkommandanten), die Anzahl richtet sich nach der Größe des Lagers; sie hatten in der Regel den Rang eines SS-Untersturmführers (2. Leutnant) und fungierten als Sektionsleiter.

Ein weiterer Posten war der Berichterstatter, der die Häftlingsrollen nannte.

Unter dem Kommandanten stand als Stellvertreter und Generalinspektor der Hauptwachmeister, ein Posten, der oft vom CO der SS-Wachen besetzt wurde. Er kontrollierte die Platzmeister, die für die Arbeitsgruppen zuständig waren.

Unter jedem Lagerführer befand sich als Unteroffizier ein Arbeitsdienstführer (Works Supervisor, der in direktem Kontakt mit den Häftlingen stand und die von ihnen auszuführenden Arbeiten protokollierte.

Dem Arbeitsdienstführer halfen Vorarbeiter und Arbeitskapos.

(Arbeits- oder Betriebsleiter). Diese Vorarbeiter und Aufseher wurden in der Regel unter denjenigen ausgewählt, die Gerichtsstrafen für gewöhnliche Verbrechen verbüßten und die von der Kriminalpolizei und nicht von der Geheimen Staatspolizei in die Lager gebracht wurden.

In einigen Lagern wurden sie eingestuft und als Kapos (Supervisor) und Haupt-Kapos (Chief Supervisor) bezeichnet. Diese Vorgesetzten konnten entweder ein Armband mit der Inschrift Kapo am linken Oberarm oder den Gefreiterwinkel (ärmellose Chevrons ähnlich den Wehrmachtskorporalen) tragen.

Verantwortlich für die Wohnräume in den Lagern sind die Blockführer.

Häftlingsgruppen, die außerhalb der Lager unter der Aufsicht eines Kommandanten arbeiteten, wurden als Kommandos bezeichnet…. Normalerweise gab es zwei Wachen pro fünf Gefangene, und jede dritte Wache war mit einer Submaschinenpistole bewaffnet.

Unter den Häftlingen hatte der Lagerältester die bevorzugte Position. Er erhielt seine Befehle vom Lagerführer und galt in einigen Fällen als die “rechte Hand” des Lagerkommandanten.

Unter den vorgenannten Häftlingsbeamten befanden sich der Blockältester, vergleichbar mit einem Heeresfeldwebel; der Blockschreiber, vergleichbar mit einem Kompanieschreiber, und die Steubenälteste, die Häftlinge waren, die die Räume betreuten.

Im Wesentlichen gab es in jedem Lager zwei Ärzte, einer kümmerte sich um das SS-Personal und der andere um die Häftlinge. Die Krankenschwestern oder Sanitäter wurden größtenteils aus der Mitte der Häftlinge rekrutiert.

Die große Mehrheit aller Lager wurde im Grunde genommen von vertrauten Häftlingen selbst verwaltet und nicht von SS-Personal;.

Dies ist ein allgemeiner Überblick über die Verwaltung der Lager in den deutschen Gefängnissen.

Obwohl, wie bereits erwähnt, die vollständigen Akten des Systems in sowjetische Hände fielen und nicht zugänglich sind, hat sich in den Gebieten unter alliierter Besatzung viel Material über diese Lager erhalten, so dass es möglich ist, eine hinreichend genaue Bewertung jedes der großen Lager vorzunehmen.

Da die Sowjets nun behaupten, dass der Lagerkomplex in Auschwitz im ehemaligen deutschen Schlesien ein “großes Vernichtungslager für sowjetische Kriegsgefangene und eine große Anzahl von Juden” sei, wäre es vielleicht lehrreich, dieses Lager zu untersuchen.

Auschwitz war ein riesiges Arbeitslager am Zusammenfluss mehrerer Flüsse und wurde von der älteren SS-Einrichtung als Standort für Fabriken ausgewählt. Sie befand sich zunächst in den Kasernen einer ehemaligen kaiserlich-österreichischen Artillerieeinheit, die später von den Polen übernommen wurde.

Es gab eine umfangreiche und sehr wichtige Fabrik für künstlichen Gummi (Buna) und ein großes System zur Herstellung von Benzin aus Kohle, die in der Region reichlich vorhanden ist.

Nach der Einführung sowjetischer Kriegsgefangener nach Juni 1941 kam es in Auschwitz zu schrecklichen Typhusausbrüchen und die Todesmaut war enorm.

Da die SS ihre Gefangenen an über hundert kleine deutsche Firmen vermietete, war es für sie unerlässlich, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Typhusepidemie zu stoppen. Dies wurde nie vollständig erreicht, und die Häftlinge, die von Auschwitz in andere Lager verlegt wurden, verbreiteten lediglich die Krankheit.

Gerüchte wurden 1942-1943 vom britischen Geheimdienst verbreitet, dass “viele tausend” jüdische Gefangene in riesigen “Gaskammern” vergast und ihre Körper verbrannt wurden.

Es ist völlig richtig, dass jeder Gefangene in deutscher Haft, ob politischer Gefangener, Berufsverbrecher oder Jude, nach seinem Tod verbrannt wurde und zumindest zu Beginn seine Asche an seine Familien geschickt wurde. Während des Krieges war dies nicht möglich und die Asche wurde lediglich in einen nahegelegenen Fluss geworfen. Es ist wichtig zu beachten, dass es absolut notwendig war, die infizierten Leichen der vielen Typhusopfer zu verbrennen, und das mag der Grund für die Geschichte der Gaskammer/Kremation gewesen sein, die jetzt von sowjetischen Propagandisten verbreitet wird.

Es gibt Pläne für das Lager Auschwitz, und man kann kategorisch sagen, dass es im Lager keine Gaskammern für die Tötung von Gefangenen gab. Was existierte, waren ziemlich kleine Entlausungskammern, um die Läuse mit Typhus zu töten, die in der Kleidung neu angekommener polnischer und russischer Gefangener zu finden waren.

Die Kleidung der Insassen wurde beschlagnahmt und als Rohmaterial nach Deutschland verschifft, und jedem Insassen wurde ein sauberes Gefängnisgewand ausgehändigt. Auch die Köpfe aller ankommenden Häftlinge wurden rasiert, um die Ausbreitung von Körperläusen zu verhindern, und alle Häftlinge wurden mit medizinischer Seife geduscht, deren Zweck es war, alle am Körper verbleibenden Läuse zu töten.

Nun wird zu diesem Zweck DDT eingesetzt, aber diese Verbindung existierte zu diesem Zeitpunkt in Deutschland nicht. Anscheinend war die Seife nicht ganz wirksam und erlaubte die Verbreitung von Typhus in den Lagern.

Politische Analyse

Die Sowjets sind zutiefst besorgt über die Verwendung und den Verwendungszweck von ehemaligem deutschem Militär- und Sicherheitspersonal in den USA. Um dem entgegenzuwirken, was sie als potenzielle Bedrohung durch ihre ehemaligen, bitteren Feinde sehen, haben sie eine Kampagne gestartet, die derjenigen sehr ähnlich ist, die von britischen Propagandisten in den Jahren 1914-1918 verwendet wurde. Die Gemeinsamkeiten sind alles in allem bemerkenswert, dann wurden die Deutschen beschuldigt, Nonnen vergewaltigt, ihnen die Hände abgeschnitten, Babys in die Luft geworfen und mit Bajonetten und anderen Erfindungen gefangen zu haben.

Vieles davon stammt in Summe aus Berichten über belgische Gräueltaten im Kongo einige Zeit zuvor.

Die Briten führten auch die Geschichte ein, wie man menschliche Körper in Seife verwandelt, indem man ihr Fett wiedergibt. Dieselbe Geschichte wurde während ihrer antideutschen Kampagnen während des späten Konflikts verbreitet.

Es ist interessant festzustellen, dass es eine ganze Reihe von Beweisen dafür gibt, dass die britischen Behörden während ihres anhaltenden Krieges mit zionistischen Terrorgruppen vor der Gründung des derzeitigen Staates Israel die Dienste von GLÜCKS bei der Einrichtung britischer Gefangenenlager in Palästina in Anspruch genommen haben.

Es gibt keine effektive Möglichkeit, mit dieser antideutschen Propaganda umzugehen. Es gilt als unproduktiv, jeden Versuch einer Widerlegung der wachsenden Legenden zu unternehmen, denn die weltweite jüdische Gemeinschaft unterstützt und nutzt nun die sowjetische Propaganda und nutzt sie offensichtlich für ihre eigenen Zwecke.

Da ein beträchtlicher Teil des ehemaligen deutschen SS- und SD-Personals inzwischen beim amerikanischen Geheimdienst beschäftigt ist, wird empfohlen, das Material, das die Verwendung dieser Personen betrifft, bei der Verbreitung streng zu beschränken und den vorhandenen Aufzeichnungen den größtmöglichen Sicherheitsschutz zu gewähren”.

Es steht außer Frage, dass der sowjetische Diktator Josef Stalin Anfang 1937 in seinem Land eine Reihe von schrecklichen, blutigen Säuberungen einleitete, die, wie Müller andeutete, nicht nur das überlebende Corps d’elite der frühen bolschewistischen Bewegung, sondern auch das gesamte Oberkommando seiner Armee vernichteten.

Es stellte sich die Frage, ob Stalin dieses Gemetzel plante, um seine Position als Staatsoberhaupt zu stärken, indem er jede mögliche Opposition beseitigte, oder ob er von deutschen Fälschungen dazu gedrängt wurde.

Die letztgenannte These hat sich für verschiedene historische Schriftsteller aus zwei spezifischen Gründen als unangenehm erwiesen.

Erstens: Nichts, was den Deutschen jemals gelungen ist, und deshalb hatte die Fälschung von Dokumenten keine Auswirkungen auf den russischen Diktator, der sich bereits entschlossen hatte, seine Rivalen um die Macht zu töten. Die Befürworter dieser These sind bereit, einen Schritt weiter zu gehen und zu behaupten, dass der clevere Stalin die inkompetenten Deutschen tatsächlich dazu gebracht hat, Dokumente zu fälschen, mit denen er seine Terrorkampagne beginnen könnte.

Diese These ist eindimensional und ohne logische Grundlage, da Stalin so viel absolute Macht besaß, dass er, wenn er gefälschte Dokumente haben wollte, um eine Säuberung einzuleiten, die Deutschen nicht dazu bringen musste, sie zur Verfügung zu stellen.

Das zweite der Szenarien ist, dass Stalin auf der einen Seite ein irrationaler Verrückter oder ein hinterhältiger und grausamer Intrigant auf der anderen Seite war. In beiden Fällen entspringt seine Entschlossenheit, jede Opposition oder potenzielle Opposition auszulöschen, einem kranken Geist und nicht irgendwelchen lächerlichen deutschen Fälschungen.

Anstatt Josef Stalins verdrehte Psyche zu studieren, um zu einer Bestimmung dessen zu gelangen, was für eine objektive Wahrheit gehalten wird, könnte es besser sein, die Motive derjenigen zu studieren, die über ihn schreiben.

Antikommunistische Schriftsteller sind bei großen Verlagen keineswegs beliebt. Obwohl der Kommunismus als Staatsreligion in Russland offiziell gestorben ist, sind viele seiner Gläubigen lebendig, sehr aktiv und praktizieren in anderen Ländern. Mit wenigen Ausnahmen sind antikommunistische Werke der Mainline in den großen Buchhandlungen oder auf deren Versandbuchlisten selten zu sehen. Liberale Themen sind weitaus attraktiver und sicherer als stark konservative und Verleger und Buchhändler wie die Medien gehen immer dorthin, wo das Geld ist.

Seit Jahren behaupten viele stalinistische Apologeten wie Isaac Deutscher, dass es von Seiten der sowjetischen Generäle eine echte Verschwörung gegen Stalin gegeben habe, eine Verschwörung, die Stalin völlig gerechtfertigt sei. Mit dem Tod Stalins wurde alles, was er tat, zum Gegenstand der Kritik, und sowjetische Historiker, sicher vor den Augen des Diktators und seiner Mordkommandos, entschieden post mortem, dass es wirklich keine Handlung gab und Stalin ein Verräter der Ideale von Marx und Lenin und ein verrückter Mörder war.

Was von keinem Historiker oder Journalisten liberaler Überzeugung diskutiert wird, ist, dass kurz vor seinem Tod durch einen Schlaganfall im Jahr 1953 fest steht, dass Stalin ein Pogrom gegen das sowjetische Judentum plant, das alles, was den Deutschen aus Hitlers Drittem Reich zugeschrieben wird, beschämen würde.

Dies war die so genannte “Doktorplot” und ist ein klassisches Beispiel dafür, wie Stalin seine mongolischen Massaker verübt hat. Erstens wurden von treuen Anhängern Vorwürfe erhoben, dass bestimmte Ärzte, allesamt Juden, für die Ermordung ihrer Patienten verantwortlich seien. Diese Anschuldigungen wurden gut bekannt gemacht, und es wurden orchestrierte Forderungen der Öffentlichkeit nach Bestrafung dieser Unglücklichen erhoben. Viele prominente Ärzte, darunter das medizinische Personal des Kremls, wurden zusammengetrieben, schrecklich gefoltert und entweder vor Ort erschossen oder in Verliesen für einen weiteren berühmten Schauprozess Stalins am Leben erhalten. Aus einer Lesung von Material, das jetzt in Russland verfügbar ist, geht hervor, dass Stalins oberstes Ziel darin bestand, unter dem Vorwand mörderischer jüdischer Ärzte eine schreckliche Säuberung aller Juden in seinem gesamten Reich, vor allem aber in Moskau, einzuleiten.

Die kommende Herrschaft des Terrors folgte einem seit langem etablierten Muster von Verhaftungen, erpressten Geständnissen, falschen Anschuldigungen, fiktiven Anklagen in der Presse und der Entfernung vieler jüdischer Funktionäre der höheren Ränge der Kommunistischen Partei. Gleichzeitig wurden auf Bahnübergängen in und um Moskau Tausende von Güterwagen zusammengebaut, nur um die gesamte jüdische Bevölkerung Moskaus in die Winterwüste Sibiriens zu deportieren, dort ohne Schutz zu bleiben, sehr schnell an Unterkühlung zu sterben oder langsam zu verhungern. Nur ein Schicksalsschlag verhinderte diese schreckliche Tat. Wenn Stalin seinen Plänen zur Massenvernichtung seiner jüdischen Bevölkerung tatsächlich gefolgt wäre, wäre es interessant gewesen zu sehen, ob die Medien Stalin in liberalen Kreisen als den größten Metzger des zwanzigsten Jahrhunderts durch Hitler ersetzt hätten.

Angesichts der Denkweise der Ideologen ist es jedoch höchst zweifelhaft, ob dies jemals geschehen wird.

Tatsächlich, jüdische Verschwörung oder nicht, hatte Stalin bereits Hitler, Dschingis Kahn und die Khymer Rouge als den größten Mörder der aufgezeichneten Geschichte übertroffen, und die Tötung seiner ehemaligen jüdischen Freunde in großer Zahl hätte nur einen sehr kleinen Pilion auf einem sehr großen Ossa hinzugefügt.

Das Schreiben nach einer Idee ist sicherlich nicht auf Journalisten der linken Seite beschränkt, wie man in den Schriften des britischen Autors David Irving sehen kann. Irving war entschlossen, sein Idol, Adolf Hitler, von jeglicher Kenntnis oder Schuld an der Entwurzelung der europäischen Juden und dem anschließenden Tod vieler in den Arbeitslagern zu befreien. Seine frühen Werke waren gut geschriebene und bedeutende Behandlungen revisionistischer, aber professioneller und sehr gut recherchierter Natur, während seine späteren Werke, einschließlich der katastrophalen und tendenziösen Biographie von Hitlers Propagandaminister Goebbels, jeglichen Anspruch auf Objektivität oder Forschung zurückließen und in unzusammenhängende Versuche übergehen, um zu beweisen, dass es Goebbels und nicht Hitler war, der die volle Verantwortung für die Deportation der Juden trug.

Viele von denen, die in dieser Richtung schreiben, sowie diejenigen am anderen Ende des politischen Spektrums, die Stalin loben, ignorieren bequem die Realität, dass in den Fällen beider Diktatoren, dem so genannten Führerprinzip oder Führungsprinzip, das von beiden Männern stark befürwortet und praktiziert wird, der Führer die volle Autorität über seine Untertanen von denselben Subjekten erhalten hat, aber nur im Gegenzug für seine vollständige Übernahme der vollen Verantwortung für sein und ihr Handeln. Wenn man akzeptiert, dass sowohl Hitler als auch Stalin das Führerprinzip aktiv praktiziert haben und ihre Anhänger dazu aufgefordert haben, ist die letztendliche Verantwortung des Führers für das Handeln seiner Untergebenen unbestritten. Wenn man die ultimative Macht erlangen und erhalten will, dann muss man auch die volle Verantwortung nicht nur für das eigene Handeln, sondern auch für die, die sie befehlen, übernehmen.

Die Annahme dieser Forderung mag für diejenigen, die nicht an der Ideologie beteiligt sind, völlig vernünftig erscheinen, aber für den wahren Gläubigen jeder Überzeugung ist es eine Idee, die niemals keimen wird. Diejenigen, die ernsthafte Einwände gegen Müllers Kommentare und Handlungen während und nach dem Krieg haben, finden es unerträglich, dass er nicht nur den Krieg überlebt hat, sondern auch, wenn nicht sogar Ruhm, dann sicherlich Glück und Macht in den Reihen seiner ehemaligen Feinde erreicht hat. Es ist diese schreckliche Tatsache, die so viele im Establishment dazu bringt, davon abzuweichen, zuzugeben, was zu ihrer politisch korrekten Orientierung monströse Ketzerei ist, und sie so auf einen ewigen Zustand der Verleugnung zu reduzieren.